In einer Distillery – so die kompromisslose Antwort. Die Qualität der normalen Besuchertouren ist sehr unterschiedlich, es gibt gute und viele schlechte. Ein Tipp: Wer die Mühe auf sich nimmt und Destillerien direkt anschreibt, erklärt warum und wieso er/sie gerne mehr erfahren möchte, als auf einer normalen Tour vermittelt wird, kann Glück haben und eine „Spezialtour“ bekommen, auf der mehr Wissen vermittelt wird als in zehn Büchern, die ansonsten eine gute Vorbereitung sind.
Bei einem Tasting, das jemand leitet, der etwas von Whisky versteht, kann man ebenfalls einiges lernen. Wie man vorab erkennen kann, wer etwas von Whisky versteht? Sorry, mehr als ein Achselzucken gibt es zu dieser Frage leider nicht, so ist man erst hinterher schlauer und kann andere warnen oder Empfehlungen weitergeben. Öffentlich ist dies und auch die Nachfrage ob jemand als guter oder schlechter Tastingleiter bekannt ist u.a. im Newsforum bei WHISKY.DE möglich.
Bei einem Händler, der sich Zeit nimmt, lässt sich ebenso manches lernen. Natürlich möchte er auch Whisky verkaufen, aber Händler, die es schon länger gibt und die vorhaben auch noch länger erfolgreich Händler zu sein, werden Wert darauf legen, dem Kunden etwas Passendes zu verkaufen. Also keinen Einsteiger mit einer 300-Euro-Abfüllung einer nicht mehr existierenden Distillery zu „beglücken“, die nur deshalb so teuer ist, weil es nur noch ein paar Flaschen gibt. Eine gute Standardabfüllung mit einer Erklärung, woher der Whisky stammt, welche Besonderheiten die Herstellung und die Distillery aufweisen und auf welche Feinheiten man beim Genießen achten sollte, ist hier vielleicht eine Investition in einen Kunden, der später auch andere, teurere Abfüllung kauft.
Im Internet gibt es durchaus zahlreiche Informationen. Das Problem ist meist ihre chaotische Verbreitung und fehlende Quellennachweise, so dass es schwierig ist, Gerücht von Fakt zu unterscheiden.
Zum einen gibt es Websites, die im Auftrag der großen Hersteller betrieben werden. Hier gibt es im optimalen Fall Angaben zur Herstellung, zum Angebot und zur Geschichte der Distillery. Durchschnittlich sind die Sites allerdings nicht sonderlich interessant, weil man ihnen die Marketingabteilung des Konzerns schnell anmerkt.
Dann gibt es private Sites, die je nach Kompetenz und Zeitbudget des Menschen, der dahinter steht, gut oder weniger gut gemacht sind. In der Regel haben fast alle diese Adressen einen großen Nachteil, sie besitzen eine sehr kurze Halbwertszeit, sprich, nach Monaten oder kurzen Jahren der Pflege versinken sie in der Vergessenheit und sind bald nur noch veraltete Datengräber.
Clubs und Vereine sind die dritte Gruppe, für die leider auch gilt, was ich über die vorher aufgeführte Gruppe gesagt habe. Allerdings bieten sie, solange sie aktiv betrieben werden, eine Anlaufadresse für Interessenten, die ein Klubleben suchen.
Die letzte Gruppe sind die Händler, die teilweise umfangreiche Sites aufgebaut haben und diese auch pflegen, weil es ja ihr Geschäftsinteresse ist. Klar, dass dieses Geschäftsinteresse auch die Inhalte bestimmt. So kann man dann z.B. lesen, dass man sich doch bitte an die Originalabfüllungen der Destillerien halten soll, weil dieser spezielle Händler fast nur diese Abfüllungen anbietet.
WHISKY.DE ist eine Ausnahmeerscheinung. Die Redaktion ist wie der Betreiber, die HBB Datenkommunikation und Abrechnungssysteme GmbH, unabhängig in dem Sinne, dass viele Hersteller und Händler hier Werbung schalten oder direkt über WHISKY.DE verkaufen. Gerade diese Vielfalt ist es auf der einen Seite und die große Anzahl von Lesern und Leserinnen auf der anderen Seite, die WHISKY.DE zur absoluten Nummer Eins der unabhängigen Websites im Internet gemacht haben. Kritische Eigenberichte gibt es hier genauso wie ein Newsforum, in denen alle ihre Meinung schreiben können (einzige Einschränkung im Newsforum ist, dass offiziell dort nicht offen für Händler geworben werden darf, weil Anzeigen- und Shopkunden von WHISKY.DE dieses Forum finanzieren).
Eine der lebendigsten Möglichkeiten, etwas über Whisky (und seine Genießer) zu lernen, ist der Besuch einer Whiskymesse…
Whiskyfair in Limburg

Abbildung 1: Limburger Whiskyfair
Die Whiskyfair, die im Frühjahr (April) in Limburg gastiert. Hier sind ausschließlich Händler anzutreffen, dafür ist dann aber auch die Beratung durchschnittlich kompetenter als bei reinen Distributoren-Messen. Interessante Sonderausstellung 2003: die größte Versammlung von Port Ellen Abfüllungen. www.whiskyfair.de
Whisky-Herbst in Köpenick

Abbildung 2: Cöpenicker Whisky Herbst
Zum Ausklang des Sommers geht’s in die Hauptstadt: Cöpenicker Whiskyherbst, der wie der Name angibt, in Berlin und im September von lokalen Händlern veranstaltet wird, mit viel Musik von der Bühne. www.whisky-herbst.de
Interwhisky in Frankfurt/München/Hamburg

Abbildung 3: Interwhisky
Die Interwhisky öffnet im November/Dezember in Frankfurt ihre Tore. Sie stellt Hersteller und Großhändler vor und findet im Hotel Interconti statt. Seit kurzem gibt es eine zweite Veranstaltung derselben Art, die abwechselnd in Hamburg und München stattfindet. Weitere Veranstaltungsorte (im jährlichen Wechsel: Hamburg und München).
www.interwhisky.de
Verschiedene
Aqua Vitae in Essen
Als Newcomer legte die Veranstaltung 2006 einen sehr guten Start hin. Hier gibt es neben Whisky auch Obstbrände und Schokolade zu verkosten. Außerdem ist Charles MacLean Hof-Mundschenk des Veranstalters Rolf Kaspar (Adelphie), mit von der Partie.
www.whiskymesse.eu
Wie heißt das beste Whiskybuch

Natürlich kann es nur ein Whiskybuch geben… J
Ansonsten gilt es Autoren, die ihr Geld damit verdienen, über Whisky zu schreiben, mit einer gehörigen Portion Misstrauen zu begegnen. Somit ist es auch kein Leichtes gute Whisky-Bücher zu identifizieren. Wie überall gilt, dass man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten sollte, aber es lässt sich einfach feststellen, dass die Autoren dieser Branche allgemein dem Whisky etwas zu nahe stehen. Lassen wir die Frage beiseite, wie es in anderen Fachrichtungen aussieht, in Sachen Whisky gibt es hier eindeutig Probleme. Ich erwähnte bereits den Autoren, der unverhohlen den „besten“ Whisky benennt. Was zuerst als sympathische Parteinahme erscheint, denn wer hat nicht seine Lieblinge, wird bei näherem Hinsehen dann doch eher bezahlte Parteinahme. Selbst wenn man unterstellt, dass Glen ZY wirklich einmal die Lieblingsdestillerie des Autoren war, spätestens bei den höchsten Lobpreisungen für einen Zehnjährigen, der ansonsten von niemandem Nennenswerten besonders bewertet wurde, wird es peinlich.
Doch lassen wir einmal Geschmack Geschmack sein, wenn es sich auch vielleicht um schlechten Stil handelt, und wenden wir uns einem anderen Gegenstand der Kritik zu. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, spielt das Thema Alkohol und seine Wirkungen, sprich der Alkoholismus, in keinem Buch zum Thema Whisky eine Rolle, ja, das Thema wird eigentlich nie auch nur mit einem Satz erwähnt. Dabei hätten die Autoren doch allen Grund dazu, denn gerade sie haben mit diesem Problem zu kämpfen. Verheimlicht wird dort nichts, offen wird davon gesprochen jeden Tag 6 Whiskys zu trinken und am Abend noch einmal eine halbe bis ganze Flasche Wein. Was ist das anderes als Alkoholabhängigkeit?
Natürlich gibt es Ausnahmen, so wie Michael Moss, der bis vor einiger Zeit Chef-Archivar an der Universität Glasgow war und sich dem Thema eher aus der akademischen Richtung näherte, weshalb sein Buch, das er zusammen mit David Hume herausbrachte, hieß: „The making of Scotch Whisky“. Auch wenn es sicher eine Reihe von Fehlern beinhaltet, so ist es doch eine sehr gelungene Übersicht zur Geschichte des Scotch Whisky.
Eines der wenigen Werke aus der Feder eines professionellen Historikers ist „The History of the Distillers Company 1877-1939“ von Weir. Dort wird die Geschichte der Distiller's Company, einem der Vorläufer des heutigen Konzern Diageo erzählt (leider weniger analysiert).
Ein Klassiker sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben, zumal es gerade eine Neuauflage gab, Bernards „The Destillerien of the United Kingdom“ ist eine Reisebeschreibung, die im Jahre 1887 erschien und eine Reise zu allen damals bekannten Destillerien darstellt. Viele von ihnen gibt es heute noch und so macht es Spaß, damals und heute zu vergleichen.
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Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Jürgen Setter – Whisk(e)y world wide. Whisky in Herstellung, Geschichte und Verkauf weltweit.
ISBN: 3980077381 |
Für Einsteiger und Fortgeschrittene
MacLean, Charles –Malt Whisky (dt..) Produktion, Tastings u.v.m. ISBN: 3899101847 außerdem: empfehlenswert: Liquid History (engl.) |
Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Michael Jackson – Whisky. Sehr schöner Überblick mit vielen Bildern und Zeichnungen. ISBN: 3831007640 |
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Wer an der Geschichte interessiert ist: Moss, Michael S. und Hume, John R. – The making of Scotch Whisky. (Englisch) ISBN: 1841950106 |
Walter Schobert – Das Whisky Lexikon. Umfassendes Nachschlagewerk |
Stefan Gabanyi – Schumanns Whisk(e)y Lexikon - ISBN: 3899103386 |
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Wer Profi in Sachen Whisky und Whiskyherstellung werden möchte: Inge Russel: Whisky – Technology, Production and Marketing. ISBN: 0126692025 |
Malt Whisky Yearbook 2009 - Jahrbuch mit vielen aktuellen Informationen über Abfüllungen, Brennereien und Business |
Für Einsteiger - Jim Murray – Whisky Bible. Beschreibung tausender Whiskys. Jährliche Erscheinungsweise ISBN: 1844425509 |
Wenn die Betonung auf dem Wort „reisen“ liegt, dann sollte die Fahrt gen Whisky etwas sein, was gemütlich ist und gleichzeitig interessant. Da käme der Orientexpress in Frage, leider gibt es keine Strecke Hamburg oder München nach Inverness oder Bowmore. Was es gibt, ist der Royal Scotsman und der steht dem Orientexpress in Sachen Luxus nicht viel nach. Leider fahren die vier Schlaf- und zwei Speise- und Salonwagen nur von Edinburgh durch die Highlands und das fünf Tage lang und man muss mindestens 3000 Euro dafür hinblättern.
Da meint man dann jede Eisenbahnschwelle streicheln zu müssen, weil sie einem so lieb und teuer ist (Weitere Informationen: The Great Scottish & Western Railway Company, Sue Main, The Stationmaster's House, Windsor Central Station, Windsor SL4 1PJ, Großbritannien).
Nach dem Orientexpress bzw. dem Royal Scotsman sind aber Fähren die erste Wahl. Nur wer eben mal schnell zum Einkaufen in die Hauptstadt möchte, sollte auf die Billigflieger zurückgreifen. Das kurze Leben zwischen Plastikflaschen und –tüten ist keine geeignete Einstimmung für das Geburtsland des Lebenswassers. Ganz anders die Fähren. Zwar ist auch hier im Zug der modernen Zeit vieles Schöne wie die Duty-free-Läden verschwunden, aber was blieb, ist die Trägheit des Meerwassers, die es mit sich bringt, dass die Überfahrt von Amsterdam nach Newcastle ca. 15 Stunden dauert. Abends um 6 geht es los und am anderen Morgen ist man gut ausgeschlafen um 9 Uhr in Newcastle.
Ausgeschlafen natürlich nur, wenn man dem Malt Whisky, der auch reichlich an Board ausgeschenkt wird, nicht zu reichlich zugesprochen hat oder zu lange in der Disco war, zu ausgiebig den Swimmingpool genutzt hat oder bis in die Puppen im schiffseigenen Kino war. Am anderen Tag geht es dann durch das herrliche Grün von Northumberland und durch wunderschöne Städte mit viel Geschichte, so wie Jedburgh, in Richtung schottischer Grenze. An dem Parkplatz, der genau auf dieser Grenze liegt, erwartet einen zumindest in den Sommermonaten der erste Piper, also Dudelsackspieler, und man wird auf das Kommende eingestimmt. Die Strecke Newcastle Edinburgh nimmt ungefähr 2 Stunden reine Fahrtzeit in Anspruch.
Mit etwas weniger Einstimmung kann man auch von Zeebrügge nach Rosyth kommen (Superfast Ferries) oder mit einer längeren Anfahrt von Rotterdam nach Hull (P&O).
In Newcastle angekommen, sollte man übrigens schnurstracks den Kai verlassen und aus Newcastle hinausfahren. Bitte nicht anhalten, weil da etwas von „Factory Outlet“ steht, sonst ist das Reisebudget gleich am ersten Tag ruiniert und schon vor dem ersten Whiskygeschäft oder Pub. Hat man jedoch auf der Rückreise aus unerfindlichen Gründen, weil die beste Ehefrau von allen oder der zweibeste Freund es geschafft hat noch Geld zurückzubehalten, dann sollte man unbedingt auf dem Kai in diese Geschäftsstraße schauen. Adidas, Puma, Nike bis hin zu Marks & Spencer bieten hier direkt an. Ob es wirklich immer so supergünstig ist, können wohl nur Einkaufsprofis beurteilen, auf jeden Fall macht es diesen Eindruck. Es ist eine Menge los und es macht alleine schon Spaß, dort die Leute im Kaufrausch anzuschauen. Aber nicht vergessen, dass das Schiff nicht wartet und auch die besten Einkäufe einen nicht über das Wasser gehen lassen.
Im Liegestuhl auf dem Sonnendeck sitzend, kann man sich dann langsam von der großen Insel verabschieden. Nicht ohne einen kleinen Trosttrunk, denn selbst fahren ist ja erst am nächsten Morgen wieder angesagt. So lässt sich der Kummer über den zu Ende gehenden Urlaub gut in den verschiedenen Bars des Schiffes ertränken (Vorsicht Restalkohol!)
Sláinte und gute Reise!
Zum einen kann man es machen wie vor mehr als Einhundert Jahren der unsterbliche Alfred Barnard und alle Destillerien besuchen. Barnard schrieb dazu einen Reisebericht, der auch heute noch gerne gelesen wird und vor kurzem als Re-Print herauskam. Nach einer solchen Reise kann ich die Frage anschließend aus eigener Erfahrung beantworten. Wohl dem, der sich das leisten kann (oder auch nur die Erstausgabe von Barnards „The Distilleries of the United Kingdom“, 1887 erschienen und ihr Preis sollte inzwischen irgendwo zwischen 750 und 1500 Euro liegen).
All den sterblichen Whiskyliebhabern dieser Erde, denen nur ein begrenztes Zeit- und Geldkontingent zur Verfügung steht, bleibt nur übrig zu fragen oder nachzulesen. Ersteres im Bekanntenkreis, aber wer hat schon viele erfahre Schottland-Whisky-Reisende darunter oder im Internet, so im Reiseforum bei WHISKY.DE
Letzteres ist zumindest für Menschen, die ein wenig Englisch beherrschen leicht möglich mit dem Buch Visiting Distilleries von Duncan und Wendy Graham. Glasgow 2004 (2)
Grundsätzlich sind in der Hauptsaison immer eine ganze Menge von angelernten Studenten und Studentinnen im Einsatz, die zwar ihren Text mehr oder weniger gut beherrschen, aber das ist auch alles. Der einzige Vorteil ist, dass sie manchmal deutsch sprechen und so vielleicht verständlicher sind. Wer aber jemals eine Distillery-Tour bei Iain Henderson in Laphroaig gemacht hat, dem werden die Tränen in die Augen steigen, wenn er daran denkt, dass dieser Mann inzwischen seine Karriere als Distillery Manager beendet hat. Als erster Mann der Distillery war er immer und zu jeder Tageszeit ansprechbar und hat auch viele Führungen persönlich geleitet. Einmal sogar am Heiligen Abend… einfach weil man angerufen hatte und schüchtern gefragt hatte, ob zwischen Weihnachten und Neujahr vielleicht eine Führung möglich sei. Und diese Führungen dauerten nicht nur lange und waren ausführlich, sondern man bekam natürlich alle Antworten die man haben wollte und sogar manche, zu denen man gar keine Frage gestellt hatte, so z.B. Iain radikale Meinung über das ungesunde Halbwissen von manchen Deutschen, die sich selbst als Whisky-Experten bezeichnen.
Man muss nicht unbedingt Führungen mit einem Distillery Manager machen, auch so machen manche Führungen, wenn sie außerhalb der Hochsaison stattfinden oder vielleicht von Distillery-Mitarbeitern im Ruhestand durchgeführt werden, viel Spaß. Viele Destillerien haben Eigenheiten, die einen Besuch lohnen, sei es nun Glenkinchie mit ihrem Distillery Modell, das sehr schön den Produktionsprozess veranschaulicht oder sei es Glenfiddich, deren geballte Destillierpower einfach eindrucksvoll ist.
Letztlich spielen die Menschen einer Distillery die Hauptrolle bei der Frage, ob man sich dort wohl fühlt, und auch die haben mal gute und mal schlechte Tage.
Nur noch ein letzter Tipp: Man sollte sich nicht zu viel zumuten, mehr als 5 Destillerien sollte man sich auf einer Reise nicht antun. Das gilt um so eher, wenn der Partner oder die Partnerin keine leuchtenden Augen bekommt, nur weil diese Washback anders als die vorhergehende aus Oregon-Pinie besteht oder sie oder er keine Schweißausbrüche bekommt, weil sie erfahren, dass in dieser Distillery das Destillat mit 71% statt mit 65% wie bei der zuletzt besuchten in Fässer gefüllt wird.
Meine Besuchts-Tipps:

Abbildung 4: Glenturret Distillery
Glenturret ist gleichzeitig „The Famous Grouse Experience“, d.h., Whisky wird auf unterhaltsame Art und Weise erklärt und mit ein paar wirklich spannenden Präsentationsmethoden. Siehe auch www.famousgrouse.de

Abbildung 5: Macallan Distillery
Macallan als Speyside Distillery. Sehr gut organisiert, kostet keinen Eintritt und wenn man Glück hat, trifft man die „Nase“ der Distillery, Bob Delgarno und kann mit ihm persönlich sprechen. Siehe auch www.themacallan.com

Abbildung 6: Ardbeg Distillery
Ardbeg als Islay Distillery. Mit einem gut sortierten Fanartikelladen, einem netten kleinen Restaurant und der freundlichen Ehefrau des ehemaligen Distillery Manager, die das alles leitet. Siehe auch www.ardbeg.com

Abbildung 7: Highland Park Uhr
Highland Park ist sicher jederzeit einen Besuch wert, allerdings liegt die Distillery doch schon etwas weiter im Norden, als die meisten Schottlandbesucher bereit sind zu gehen… Was Ihnen dabei entgeht? Probieren Sie es aus, es lohnt sich! Siehe auch www.highlandpark.de

Abbildung 8: Alte Brennerei Ruine
Auch wenn es bereits selbsternannte Stellvertreter des Whisky-Gottes hier auf Erden gibt, denn manche Whisky-Experten halten ihr Wissen für beinahe göttlich und lassen sich auch gerne entsprechenden betiteln, so bleibt doch zum Glück festzustellen, dass sich Whisky bisher erfolgreich dem Würgegriff der Kirche verweigern konnte. Zwar gab es immer wieder Versuche kirchlicher Eiferer, dem Whisky im wahrsten Sinne den Hahn abzudrehen, aber bisher ist es nie auf Dauer geschafft worden. Selbst so ein übergreifender Versuch wie 1919 in den USA, als die Prohibition wirklich über viele Jahre wirksam war, war letztlich zum Scheitern verurteilt.
Jenseits der Kirche und aller Gottesvertreter muss es aber doch so etwas wie einen Whisky-Gott geben, denn wer hätte sonst für so etwas wie den Laphroaig 1976 sorgen können? Kein menschliches Wesen kann dafür verantwortlich gemacht werden. Es gab sicher einen Bauern, der die Gerste angebaut hat, einen Fluss der das Wasser transportiert hat, vorwitzige Hefepilze, die beides haben gären lassen, einen Stillmaster, der der Würze Feuer gegeben hat und ein Lagerhaus, das den Fässern für viele Jahre ein Zuhause gab, aber was dann die Fässer verließ, muss Kontakt mit dem Whiskygott gehabt haben.
Der Whiskygott regiert natürlich über ganz Schottland, aber ich glaube, er wohnt auf Islay und dort irgendwo im Südosten. Das älteste christliche Kreuz Schottlands steht dort in der Gegend und wenn man danach sucht, finden sich sicherlich noch Reliquien anderer Religionen, denn der Whiskygott ist keinesfalls christlich, so wenig wie er dem Islam angehört oder Buddhist ist – er hat einfach seinen eigenen heiligen Gerstengeist und einen Sohn braucht er nicht, weil er selbst noch aktiv ist und Alter für ihn nur von Vorteil ist.