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W wie Whisky
Wissenswertes über
Herstellung, Brennereien und
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Inhalt und Form oder Geschmack und Geld

Was ist wichtiger, Verpackung oder Inhalt?

Diese Frage wird immer kontrovers diskutiert werden, aber wird das nicht eigentlich jede in diesem Buch? Die meisten werden spontan sagen, dass natürlich der Inhalt wichtiger ist. Ohne die richtige Qualität des Inhalts kann man alles zusammen vergessen. Und man kann auch mal einen 18er Highland Park aus einem Tumbler trinken ohne gleich tot umzufallen. Ergo ist der Inhalt wichtiger.
Wie im richtigen Leben liegen die Dinge aber etwas anders, je mehr man von dieser Welt mit in die Überlegung einbezieht, desto stärker verschwimmen die Grenzen zwischen gut und böse oder wie in diesem Fall wichtig und unwichtig. Dabei dennoch ein Position einzunehmen ist schwierig, aber auch wichtig.

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Abbildung 1: Form UND Inhalt

Wir werden gleich auf das spezielle Problem der zusätzlichen Färbung bei Whisky kommen, im Vorgriff darauf aber schon einmal überlegen, welchen Einfluss so eine Sache wie Farbe auf den Whisky hat. Nicht geschmacklich, sondern als Form-Element, das dem Verkauf des Inhalts dient. Ohne die einheitliche Farbgebung, die ja darin besteht, dass Whisky dunkler gemacht wird, als er aus dem Fass kommt, würden mit Sicherheit ein Reihe Märkte zusammenbrechen – viele Konsumenten würden keinen hellgelben Johnnie Walker akzeptieren und der Black Label muss eben noch dunkler sein. Auch wenn es „nur“ Blends wären, die vornehmlich darunter litten, so würden dabei ein großer Teil der schottischen Destillerien dicht machen können, weil sie einen großen Teil für diese Blends produzieren.

Wfarbe.jpgas hat Farbstoff im Whisky zu suchen?

Die naheliegende Antwort: nichts!

Und doch fügen eine ganze Reihe von Unternehmen ihrem Produkt Farbstoff hinzu und erzürnen damit eine Konsumentengruppe, die lieber ein Produkt hätte, das ohne Farbstoff geliefert wird.

 

Die Begründung der Hersteller: Eine einheitliche Farbgebung ist für die Mehrzahl der Käufer wichtig.

 

 

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Die Zugabe von Farbstoff muss bei in Deutschland verkauften Flaschen auf dem Label angegeben sein.

Whisky als Naturprodukt ist von Fass zu Fass anders und so variiert auch die Farbe. Da die meisten Kunden aber erwarten, so die Hersteller, dass ein Markenprodukt gestern, heute und morgen gleich aussieht, sorgen sie mit Zuckercouleur für ein einheitliches Aussehen.

Abbildung 2: Farbe aufgrund der Nutzung von Sherryfässern

 

 

 

Die andere Seite argumentiert natürlich anders:

Kunden, mit Wissen um das Produkt: Die nachträgliche Färbung ist Betrug am Konsumenten

Diese Käufer würden lieber die Originalfarbe des Produktes sehen und sie gehen sogar so weit, dass sie behaupten, dass der Farbstoff (und der Name Zuckercouleur gibt ja Anlass dazu) auch den Geschmack beeinflusst. Zumindest das zuletzt genannte Argument kann der Autor nicht nachvollziehen. Wer jemals Zuckercouleur probiert hat und selbst getestet hat wie stark man diesen Stoff verdünnen muss, um eine Flasche Whisky nicht in flüssige Kohle zu verwandeln, und wer dann noch ein Blind-Tasting mit demselben Whisky in dunklen Gläsern einmal gefärbt und einmal ungefärbt veranstaltet hat, wird sich der Argumentation, dass die nachträgliche Färbung auch den Geschmack beeinflusst, nicht anschließen können.

Zuckercouleur ist in der angewendeten Verdünnung mit der „durchschnittlichen“ geschmacklichen Sensibilität nicht zu schmecken

Den Wunsch, ein ungefärbtes Produkt genießen zu können, kann der Autor trotzdem unterstützen, allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. Denn wenn die Argumentation der Hersteller richtig ist und sie Kunden verlieren, wenn sie nicht färben, dann würde das letztlich die Vielfalt auf dem Whiskymarkt einschränken, weil viele Destillerien keinen Kundenschwund finanziell verkraften können.

Auch wenn die Debatte heftig geführt wird, vor allem Kundschaft aus Deutschland ist hier anzuführen, so sind es doch derzeit nur wenige „Aufgeklärte“, die gegen das Färben sind, die große Masse der Käufer sitzt aber in anderen Ländern. (Siehe auch Seite Error! Bookmark not defined.)

Was ist Kältefilterung (chill-filtration)

Hersteller: Die Kältefilterung ist wichtig um Kunden eine Verunsicherung durch eine mögliche Trübung des Produktes zu ersparen

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Hierbei wird der Whisky, wie der Name sagt, stark abgekühlt und die dabei als Trübungen auftretenden Elemente werden ausgefiltert. Damit verhindert man die spätere Trübung des Whiskys, wenn er mal kalt werden sollte, sowie eine mögliche Trübung bei der Zugabe von Wasser (was manchmal bei Whisky der Fall sein kann, wenn er weniger als 46% Alkohol aufweist). Beide Arten der Trübung, so die Hersteller, die die Kältefilterung anwenden, verunsichern unerfahrene Kunden, die ja bekanntlich die weitaus größte Gruppe darstellen.

Kunden, mit Wissen um das Produkt: Die Kältefilterung reduziert das G

Die andere Seite spricht davon, dass bei dieser Filterung auch Ester und Aldehyde verloren gehen, die als Geschmacksträger gelten. Außerdem würden auch bestimmte Fette entfernt, die für ein angenehmes Gefühl im Mund verantwortlich sind. Abfüllungen, die auf die Kältefilterung verzichten, sind meistens entsprechend gekennzeichnet und geben an, dass mögliche Trübungen bei Kälte auch wieder zurückgehen, wenn sich die Temperatur normalisiert.
Die nachträgliche Färbung und der Anwendung der Kältefilterung ist wichtig für ein Standardprodukt, dessen Aussehen immer gleich sein soll. Konsumenten, die sich nicht mit dem Produkt auskennen, kann eine veränderte Farbe oder eine Trübung verunsichern. Da man davon ausgehen kann, dass die Originalabfüllungen der größeren Destillerien vor allem von dieser Art von Konsumenten gekauft werden, macht die Färbung und Kältefilterung Sinn. Bei Einzelfassabfüllungen, die auf den fortgeschrittenen Genießer zugeschnitten sind, kommen sie heute bereits kaum noch zur Anwendung.
Das war es zu den „Äußerlichkeiten“ der zusätzlichen Farbgebung und der Kältefilterung, die einen trüben Whisky verhindert – kommen wir zum Wesentlichen, dem Geschmack von Whisky. Wenn man Tastingnotes liest oder einem Experten zuhört, kommt einem schnell der Turmbau zu Babel in den Sinn, denn es scheint eine derartige Sprachvielfalt zu geben, dass man bezweifeln darf, ob sich die Leute untereinander überhaupt noch verstehen…
Trotzdem oder gerade deswegen schreiben wir im folgenden Absatz ein wenig zu den Kategorien und der Möglichkeit der Beschreibung von Geschmackseindrücken.

Wie schmeckt Whisky

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Abbildung 3: Wie schmeckt Whisky?

Die Antwort „gut“ wäre sicher ein wenig zu kurz gegriffen, obwohl sie jemandem, der Whisky mag, auf der Tastatur liegt, denn meistens beginnt es doch mit einem Erlebnis, das alles andere als gut oder schön ist, sondern mehr mit Hollywood-Männlichkeit zu tun hat.
Der erste Whisky, den der Autor getrunken hat, war einfach nur scharf und brannte höllisch. Das Ergebnis war ein Gesicht, wie es immer wieder in alten Western zu sehen ist, wenn die richtig harten Jungs todesmutig so einen Teufelsschluck in ihre Gedärme stürzen.
Dabei blieb es eine Weile, denn Whiskytrinken war zu der Zeit mehr der Beweis, dass man erwachsen ist (oder sein wollte), denn ein angenehmes geschmackliches Erlebnis.
Dann kam irgendwann der erste Schluck Malt Whisky und von dem Moment an bekam Whisky einen völlig anderen Stellenwert auf der Richter-Skala geschmacklicher Erschütterungen.
Das, was dort den ganzen Mund mit noch nie zuvor erlebter Intensität ausfüllte, die Zunge leicht zittern und im Mund etwas ablaufen ließ, das so komplex war, so viele geschmackliche Erlebnisse in einem relativ kurzen Moment ablaufen ließ und schließlich über den Hals und die Nase beim Ausatmen noch einmal ganz andere Nuancen präsentierte, war so anders und so beeindruckend, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein konnte, wann die nächsten Flaschen gekauft wurden, Literatur besorgt, eine Reise nach Schottland geplant und dann auch durchgeführt wurde – so kann Whisky schmecken.
Jeder Mensch erlebt Geschmack anders – dieser Satz ist so hell wie das Sonnenlicht und doch geht hier ein jeder zurück in den Schatten – aus Angst vor den Folgen (Nietzsche entschuldigt hoffentlich das Ausborgen dieser Formulierung).
Versuche Geschmäcker zu normen hat es ausreichend gegeben, mehr oder minder erfolgreich. Es ist immer nur ein unzureichender Versuch und mehr ist auch dieser nicht, eine Art Anleitung mit ein paar Geschmacksnoten, von denen man annehmen könnte, dass sie ähnlich von vielen Menschen empfunden werden und gut geeignet sind, den Geschmack von Whisky zu beschreiben:

·        Torf/Rauch

·        Holz

·        Gewürz

·        Frucht

·        Süße

·        Blumigkeit

·        Getreide

·        Alkohol

Da es sich dabei um sehr grobe Kategorien handelt, ist eine weitere Verfeinerung und Konkretisierung sicher nützlich. Jeder Aspekt ist also noch einmal aufgeteilt:

Wie kann ich den Geschmack von Whisky beschreiben

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Abbildung 4: Tasting Wheel (Geschmacksbeschreibung)